einsame Wespe



einsame Wespe
Suche nach Winterruhe
gefangen im Haus

die selbe Wespe
auf der Suche zur Freiheit
bis zur Erschöpfung

ein einsamer Tod
friedliche Reinkarnation
neben dem Kamin


morgentau @ dawndew



Den Winter verbringt die befruchtete Königin an einem geschützten Schlupfwinkel, in einer kräftesparenden Kältestarre. Mit reichlichen Fettreserven ausgestattet und einem niedrigem Stoffwechsel ist die Königin in der Lage, in z. B.. Holzschuppen, Baumhöhlen, Mauerlöchern, Rindenspalten, Holzstapeln oder unter Steinen, Moos und Reisighaufen, sechs Monate schlafend, um in ihren "Genreserven" das Wespengeschlecht ins nächste Jahr mitzunehmen.

Durch eine Art Glykol als Frostschutz im Körper, übersteht ihr Organismus unbeschadet selbst tiefe Temperaturen. Dennoch werden viele ihrer Geschwister den Winter nicht überleben (Sterberate in Zahlen). Feuchtigkeit und Schimmelpilze, Mäuse, Vögel und nicht zuletzt der Mensch, werden bis zum Frühjahr einen großen Teil, der in der Winterstarre befindlichen Königinnen entdeckt und dezimiert haben.

Geweckt durch warme Frühlingstage, verlässt die Königin ihren schützenden Unterschlupf. Zunächst werden zur Stärkung kohlehydrathaltige Pflanzensäfte in Form von Blütennektar oder Säfte blutender Bäume oder Sträucher aufgenommen. Hierbei werden u. a. auch die aufbrechenden Blattknospen an Bäumen und Gehölzen abgeflogen. Die aufbrechenden Blattknospen sondern einen klebrigen, kohlehydrathaltigen Safttropfen ab, der von den Wespenköniginnen gierig, als reichhaltiger Energiespender, aufgeleckt wird.

Nach einigen Tagen beginnt die Königin einen geeigneten, wind- und wettergeschützten Standort zu suchen, der sich für den künftigen Wespenstaat eignet. Für die einen ist das ein verlassener Mäusebau, die anderen bevorzugen einen dämmrigen Dachboden, und wieder andere halten einen Zweig in dichtem Gebüsch für ideal. Wo immer auch das Nest entstehen soll, auf die Staatengründerin wartet eine wahre Herkulesarbeit, die auch viele Gefahren mit sich bringt

Die Königin fliegt zu verwitterten Holzbrettern oder morschen Holzstämmen und raspelt mit ihren kräftigen Kieferzangen, den Mandibeln, winzige Holzfasern herunter. Diese werden mit Speichel zu einer Art Pappmaschee vermengt. Dieses Material verbaut sie nun am gewählten Neststandort zu dem, was später einmal ein Wespennest werden soll. Aller Anfang ist ein etwa nageldicker Zapfen, der Aufhänger des künftigen Nestes. An den Zapfen geklebt entsteht langsam ein Teller aus Brutzellen, den Waben, an deren Wand die Königin je ein Ei klebt.

Noch vor Vollendung der ersten Wabe ist die Königin schon mit der Errichtung der schützenden Außenhülle beschäftigt, die sich wie eine Glocke über die Anfangswabe spannt und vor Temperaturextremen schützt. Soll das Nest erweitert werden, wird eine Innenlage der Hülle abgebaut und eine neue Außenschicht aufgesetzt, so dass der Wärmeschutz nicht unterbrochen wird. Das freigewordene Baumaterial der Innenschicht wird zum Wabenbau verwendet.

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